< >

Die Riesentreppe II

Das geschah in derselben Zeit, in der auch die deutsche Hanse sich entwickelte, und ebenso wie diese, musste auch Venedig, da die kaiserliche Macht völlig untergraben war, mit eigener Kriegsflotte den Reichtum schaffenden Handel schützen. Die äußere Blüte Venedigs zeitigte im innere politischen Leben weniger angenehme Früchte, nämlich eine hochmütige Absonderung des Geldadels vom niederen Volke und eine argwöhnische Verfolgung aller politisch mißliebigen oder auch nur verdächtigen Personen. Auch dafür finden wir die Beweise hier am Eingang des Dogenpalastes unbeabsichtigt zusammengestellt. Vom Ende der Riesentreppe führen drei Wege weiter, der erste durch eine unscheinbare Tür in die Kellergefängnisse, wo nicht etwa schwere Verbrecher, sondern die Gegner der regierenden Machthaber und politische Verräter in feuchten, dunklen Verließen gefangen gehalten wurden, in Räumen, die heutzutage noch der Besucher schauernd betritt und mit Grausen wieder verläßt. Die beiden anderen Fortsetzungen der Riesentreppe führen aufwärts zu den Ratssälen. Da ist die sogenannte goldene Stiege, deren Betreten nur den im goldenen Buch der Republik verzeichneten Adeligen erlaubt war, streng geschieden von der Treppe für das gemeine Volk. Dieser Unterschied wird heute noch in wunderlicher Weise aufrecht erhalten, indem die Besucher des Dogenpalastes an den Tagen mit freiem Eintritt nicht die Adelstreppe benutzen dürfen. travel, Italy, Venice, Venetia, Veneto, history, historical, Archive, Carl Simon, 1910s, 20th century, stairs, perron, ascend, steps, people, statue. architecture, front, Dodge's Palace, Palazzo Ducale, hand coloured glass slide, minimum price: 50,-- licence

Terms of use

NUR REDAKTIONELLE VERWENDUNG! - EDITORIAL USAGE ONLY!