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67.Düsseldorf, ein halber Hahn

Das ist der "halbe Hahn". Roggenbrot, Mainzer Käse und Mostrich. Macht der Eingeladene ein erstauntes Gesicht, dann gibt es ein umso größeres Gelächter. Warum das übrigens halber Hahn heißt, darüber sind sich die Gelehrten noch nicht einig, desto sicherer wissen sie, daß der Düsseldorfer Mostrich von bester Güte ist. Jede Fabrik hat dafür ihr eigenes sorgfältig gehütetes Rezept. Allerdings ein Mostrichfabrikant in Düsseldorf sagt man Mosteri - hat einmal am Stammtisch offen bekannt: Ich werde nicht von diesem Mostert reich, der aufgegessen wird, sondern von dem, der auf dem Teller liegenbleibt.i Die Düsseldorfer lieben aber nicht nur die Ruhe und den Humor, sie haben auch eine Neigung für Feste und Aufzüge. Kirmes und Schützenfest sind Volksvergnügen. Dann ist die ganze Stadt auf den Beinen. Als freilich in der bitteren Besatzungszeit die französischen Truppen aufmarschierten und ihre gellenden Clairons einen ohrebetäubenden Spektaktel machten, da lagen die Straßen öde und leer. Auch Düsseldorf hat sehr unter der ungerechten Besatzung gelitten. Groß war die Freude beim Abmarsch der unbeliebten Gäste. Eine einen Sommer lang währende Ausstellung, die GESOLEI (GEsundheitspflege, SOziale Fürsorge, LEIbesübungen) war der sichtbare weithin wirkende Ausdruck dieser Freude. Europe, Germany, Rhine, Rhineland, travel, 1910s, 1920s, 20th century, archive, Carl Simon, history, historical, hand coloured glass slide, food, typical local snack, roll, cheese, mustard,

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