Der Fotograf Reinhard Krause arbeitet heute als Global Pictures Editor der Nachrichtenagentur Thomson Reuters in London. Als Krisen und Kriegsreporter war er an vielen Brennpunkten dieser Erde. Seine Arbeiten sind preisgekrönt und die Filmdokumentation „Shooting Under Fire“ (2005) wurde vom WDR und National Geographic produziert und mehrfach ausgestrahlt.

Reinhard Krause, der im Ruhrgebiet aufgewachsen ist und 30 Jahre lang dort gelebt hat, dokumentierte schon früh sein direktes Lebensumfeld. Fotografiert wurde alles, was in seinem Alltag und Freizeit interessant erschien. Die Filme und Bilder wurden im Badezimmer entwickelt, die Negative landeten dann später in Umzugskartons.

Fasziniert von den persönlichen Erinnerungen und mit der nötigen Distanz, hat er alle Negative noch einmal durchgesehen und neu bearbeitet.

“Ich habe damals in den achtziger Jahren das Ruhrgebiet als faszinierenden Kulturraum erlebt. Den Strukturwandel und die vielen damit verbundenen Ungereimtheiten empfand ich eher als Chance denn als Hemmnis. Meine Fotos sind sehr subjektiv, aber sie sind keine Abrechnung, sondern eher eine Liebeserklärung, sagt Krause der heute 57-jahre alte Bildjournalist.

Die WAZ-Gruppe in Essen schrieb: seine Bilder haben “ ...das Zeug zu Foto-Ikonen. Es mag an den damaligen Frisuren liegen, an der Kleidung, an einer bestimmten Art sich zu geben; auch die fremd wirkende Kargheit, ja Härte mancher Straßenszenen spielt wohl eine Rolle und das heute museal eingehegte Pathos der Schwerindustrie. Wer die Bilder von Reinhard Krause betrachtet, merkt jedenfalls plötzlich, dass auch die 1980er Jahre inzwischen eine ferne Zeit sind, zumal im Ruhrgebiet, zumal in Essen, wo sich in den letzten 30, 40 Jahren unter dem Zeichen des Strukturwandels sehr viel verändert hat.”

Die Fotos zeigen das pralle Leben im Revier. Krabbelnde Striptease-Tänzerinnen und dösende Bierleichen, schrille Michael-Jackson-Imitatoren und Rollschuh fahrende Rentner. Aber auch eine fremd wirkende Kargheit, ja Härte mancher Straßenszenen spielen eine Rolle. 

Photo by Reinhard Krause